
Wenn das Stromnetz zusammenbricht oder Gas knapp wird, stehen viele moderne Heizsysteme still. Wärmepumpen, Gasheizungen und Fernwärme brauchen Strom, digitale Steuerung oder eine funktionierende Netzinfrastruktur. Fällt eine dieser Komponenten aus, bleibt es kalt. Ein Holzofen dagegen funktioniert sofort – ganz ohne Netz.
Eine aktuelle Studie der Initiative #ofenzukunft rückt genau diesen Aspekt in den Mittelpunkt: die Rolle von Kamin- und Kachelöfen für die Krisenvorsorge. Wir fassen die wichtigsten Punkte für Sie zusammen.
Eine stille Reserve in Millionen Haushalten
Rund 11,7 Millionen Einzelraumfeuerstätten gibt es in Deutschland – vor allem in Einfamilienhäusern und im ländlichen Raum. Ihre gesamte Wärmeleistung schätzen Fachleute auf 80 bis 100 Gigawatt. Diese Öfen sind bereits vorhanden, erprobt und im Notfall unmittelbar einsatzbereit, ohne dass zusätzliche Infrastruktur oder große Investitionen nötig wären.
Resilienz und Versorgungssicherheit – zwei verschiedene Dinge
Die Studie unterscheidet zwei Begriffe, die oft verwechselt werden. Versorgungssicherheit meint die zuverlässige Energieversorgung im Normalbetrieb. Resilienz beschreibt die Fähigkeit, außergewöhnliche Krisen wie Blackouts, Gasmangel oder Naturkatastrophen zu überstehen.
Für die Resilienz ist praktisch jeder funktionierende Ofen wertvoll – er liefert Wärme, wenn zentrale Systeme ausfallen. Zur Versorgungssicherheit im engeren Sinne tragen dagegen nur moderne, emissionsarme Geräte bei, die sich technisch einbinden lassen – etwa im Zusammenspiel mit einer Wärmepumpe, um Lastspitzen im Stromnetz abzufedern.
Holz als krisenfester Brennstoff
Ein Vorteil, den fossile Energieträger nicht bieten: Holz stammt überwiegend aus heimischen Wäldern und lässt sich über Jahre lagern. Deutschlands Wälder wachsen nachhaltig – es wird weniger eingeschlagen als nachwächst. Die Versorgungslogistik ist dezentral organisiert, mit kurzen Transportwegen und vielen regionalen Anbietern. Das macht die Preise deutlich weniger anfällig für die extremen Schwankungen, die man von Gas und Öl kennt.

Der Zielkonflikt: Vorsorge gegen Luftreinhaltung
Hier wird der Beitrag ehrlicherweise differenziert. Kritiker verweisen zu Recht auf die Kehrseite: Holzfeuerungen im privaten Bereich verursachten 2020 rund 15 Prozent der deutschen Feinstaub-Emissionen (PM10). Ältere, emissionsstarke Öfen sind aus Umwelt- und Gesundheitssicht ein Problem.
Gleichzeitig kann die Pflicht, veraltete Geräte stillzulegen, mit dem Vorsorgegedanken kollidieren – wenn dabei funktionstüchtige Öfen verschwinden, die im Krisenfall Wärme liefern könnten. Die Studie plädiert nicht für ein „Weiter so“, sondern für einen Mittelweg: moderne, emissionsarme Technik, klare Standards und geschulte Nutzung. Der befragte Experte Prof. Dr. Volker Lenz (DBFZ) bringt es auf den Punkt: Für die systemische Versorgungssicherheit führt kein Weg an sauberer, moderner Technik vorbei.
Was das für Sie bedeutet
Ein moderner Holzofen ist damit weit mehr als ein gemütliches Extra. Richtig betrieben – mit trockenem Holz, korrektem Anheizen und effizienter Technik – verbindet er behagliche Wärme mit einem echten Stück Unabhängigkeit. Er ist die Wärmequelle, auf die Sie sich verlassen können, wenn andere Systeme ausfallen.
Hinweis: Die zugrundeliegende Studie stammt von der Initiative #ofenzukunft bzw. dem GesamtVerband OfenBau und vertritt die Perspektive der Ofenbranche.

